Bestattungen in den Zeiten von Corona

Bestattungen in Zeiten von Corona sind eine Herausforderung. Kzenon/AdobeStock

Die vielen Corona-Maßnahmen bestimmen derzeit extrem unseren Alltag. Viele Branchen sind stark von der Pandemie und den Beschränkungen betroffen. So auch die Bestattungsunternehmen, welche sich nun ganz neuen Herausforderungen stellen müssen. Wir haben bei einigen Leitern von Bestattungsunternehmen nachgefragt, wie es ihnen in Zeiten von Corona bisher ergangen ist.


Norbert Papke: Bestattungen Papke

Norbert Papke ist Inhaber des Bestattungsunternehmens „Bestattungen Papke“, welches seit 29 Jahren in Würzburg besteht. Herr Papke ist schon länger freier Trauerredner. Sein Unternehmen hat vier festangestellte und fünf geringfügig angestellte Mitarbeiter.

Was haben Sie als Bestatter in Zeiten von Corona erlebt?

„Schwierige Erfahrungen waren zum Beispiel, wenn ein Angehöriger die Mutter 6 Wochen oder länger im Altenheim nicht besuchen durfte, dann der Virus diagnostiziert wurde und dann als nächstes eine hastige Abschiedsfeier, um die Urne versammelt. Da fehlt von den Gefühlen her so manches und ich vermute, dass diese unschönen Empfindungen die Menschen noch lange begleiten werden.“


Michael Baudisch ist Inhaber von „Bestattungen Baudisch“, welches in Kulmbach ansässig ist. Er ist seit fast 8 Jahren als selbstständiger Bestatter im Kreis Kulmbach (bei Bedarf auch bundesweit) tätig.

Wie geht es Ihnen als Bestatter in Zeiten von Corona?

„Mich persönlich schmerzt es, Distanz halten zu müssen und das Gesicht verhüllen zu müssen. Ein Trauergespräch, bzw. der Kontakt zu den Hinterbliebenen ist getragen von Emotionen. Diese werden unbewusst auch durch die Mimik übertragen. Dies fällt komplett durch die Masken weg. Das ist für mich sehr schwer, da ich versuche ein persönliches "Vertrauensverhältnis" aufzubauen.“


Hans-Jürgen Rembiak: Atlas Bestattungen Coburg

Hans-Jürgen Rembiak ist Geschäftsführer des Bestattungsunternehmens „Atlas Bestattungen Coburg“. Das privat geführte Unternehmen ist seit 2007 in Coburg ansässig und hat zurzeit sechs Mitarbeiter.

Wie geht es Ihnen als Bestatter in Zeiten von Corona?

„Unser Slogan: Weil ich mir sicher sein kann, dass alles gut wird…. – ist derzeit schwierig umzusetzen, weil die Grenzen des Machbaren in Corona-Zeiten mit den Wünschen der Angehörigen nicht mehr in Einklang gebracht werden können. Wir nehmen uns daher viel mehr Zeit für persönliche Gespräche, um für den Zeitraum der Trauer als Vertrauenspartner da zu sein. Zudem ist für uns als Bestatter das Virus im Umgang mit dem Verstorbenen eine tägliche pietätvolle Herausforderung. Hygiene und Desinfektion als Priorität ist für jeden sind überall unser oberstes Gebot.“


Jürgen Pluschke: Bestattungsinstitut "Pietät"

Jürgen Pluschke ist Inhaber des Bestattungsinstituts „Pietät“ in Kronach. In seinem Betrieb arbeiten neben ihm noch vier Angestellte.

Was hat sich in Zeiten von Corona in ihrem Bestattungsunternehmen verändert?

„Die Veränderung ist hauptsächlich im Ablauf der Trauerfeiern zu bemerken. Da nur max. 10 bis höchstens 15 Personen teilnehmen durften und auch keine Gottesdienste stattfinden, ist der Arbeitsaufwand etwas weniger geworden. Im Gesamten gehen wir noch vorsichtiger mit den Verstorbenen um, da nie ganz ausgeschlossen werden kann, ob eine Infektion vorliegt, die noch nicht festgestellt wurde. Bedeutet für uns einen höheren Aufwand der persönlichen Schutzausrüstung  (Handschuhe, wie immer; Schutzkittel und Mundschutz sind dazugekommen).“


Dirk Utzmann: Bestattungshaus Hans Utzmann

Dirk Utzmann ist, mit seinem Bruder Jens und Vater Rolf, Geschäftsführer des „Bestattungshaus Hans Utzmann“ in Erlangen. Das Unternehmen hat zehn Mitarbeiter.

Was hat sich in Zeiten von Corona in ihrem Bestattungsunternehmen verändert?

„Unser neues Café und unsere Trauerhalle waren zu Beginn von Corona gar nicht buchbar. Wir haben die Trauerfeiern bei uns im Innenhof abgehalten mit maximal 15 Personen. Seit kurzem dürfen wir wieder die Halle benutzen. Die Personeneinschränkung ist aber geblieben. Ab dem 25.05.20 dürfen wir auch wieder das Café anbieten.“

Autor: Cecilia Klauser

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Kai Sender
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